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5G-Standard

5G-Auktion knackt 6 Milliarden-Marke: Ist bald ein Ende in Sicht?

München, 05.06.2019 | 17:13 | mhr
Bereits seit dem 19. März liefern sich die vier Telekommunikationsriesen Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und erstmals 1&1 Drillisch einen erbitterten Wettstreit um die begehrten 5G-Frequenzblöcke. Inzwischen hat das Gesamtgebot eine Summe von 6,2 Milliarden Euro erreicht. 
Wem geht im Wettstreit um die begehrten 5G-Frequenzen als Erstes das Budget aus?
In insgesamt 468 Runden bieten die Unternehmen in einer simultanen Mehrrundenauktion, die je eine Stunde dauert, gleichzeitig um bestimmte Frequenzblöcke. Der Gebotskampf fand seinen aktuellen Höhepunkt, als die Gesamtgebotshöhe auf rund 6,2 Milliarden Euro anstieg. Der Wirtschaftsforscher Achim Wambach vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sieht das Problem in der Auktionsform, die die Bundesnetzagentur zur Versteigerung wählte. „Ich biete auf eine Anzahl von Blöcken, und dann wird mir einer rausgenommen, und den hätte ich aber unbedingt gebraucht. Jetzt habe ich die Wahl: Behalte ich die anderen Blöcke, die sind mir aber vielleicht gar nicht so viel wert, aber ich habe ja schon viel drauf geboten – oder fange ich jetzt an, um diesen einen Block zu bieten und im Notfall sozusagen über mein Budget hinaus zu bieten“, erklärte Wambach gegenüber dem Deutschlandfunk. 

In Minimalschritten zu maximalen Gebotshöhen 
Laut Wambach herrsche bereits seit Runde 190 Stillstand. Denn zu diesem Zeitpunkt war die Mehrheit der insgesamt 41 Frequenzblöcke bereits vergeben. Seitdem streiten sich die Konzerne um einen einzigen Block im 3,6 Gigahertz-Bereich, der die Gebote exorbitant in die Höhe treibt. Eine Analyse der Auktionsrundenauswertung der Bundesnetzagentur zeigt jedoch, dass die Gebote nur in kleinen Schritten vorangehen. Zwar wechseln die Blöcke täglich mehrmals den Besitzer, allerdings oft nur um das Mindestgebot von zwei Prozent. Die Minimalschritte der Auktionsgebote könnten sich dadurch begründen, dass alle vier Teilnehmer eine Eskalation der Auktion vermeiden wollen. 

Spieltheorie: Abnutzungskampf hat begonnen
Spieltheoretiker, die Entscheidungssituationen von verschiedenen Akteuren beurteilen, sprechen mittlerweile von einem Abnutzungskampf um den letzten Frequenzblock. Denn derjenige Konzern, der als erster aufgibt, steht sowohl in monetärer Hinsicht als auch im Hinblick auf die Gesamtzahl seiner Frequenzblöcke als Verlierer da. Der Auktionstheoretiker Vitali Gretschko erklärt das Szenario des Verlierers gegenüber der Deutschen Presse-Agentur folgendermaßen: „Hätte er schon vor vier Wochen zurückgezogen, hätte er gleich viele Blöcke wie jetzt, die wären aber halb so teuer gewesen.“

Wer gibt zuerst auf? 
Ein Ende der 5G-Auktion ist schwer abzuschätzen. Sicher lässt sich lediglich sagen, dass ein Ende spätestens dann in Sicht ist, wenn einem der Teilnehmer das Budget ausgeht. Bei der letzten Versteigerung im Jahr 2015 einigten sich die damals bietenden Telekommunikationsanbieter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica nach 181 Runden, die im Verlauf von rund zwei Wochen stattfanden. Am Ende der Versteigerung wurde ein Gesamterlös von 5,08 Milliarden Euro erzielt.  
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