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5G-Standard
Ende der Ausschreibung: Vier Mobilfunkkonzerne bieten um die 5G-Frequenzen
München, 01.02.201914:02mhr
Am 25. Januar ging die Ausschreibungsfrist um das Auktionsverfahren für den neuen Mobilfunkstandard 5G zu Ende. Die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica sowie erstmals die United-Internet-Tochter Drillisch werden an der Frequenz-Versteigerung teilnehmen.
5G schafft die Voraussetzungen für das Internet of Things. (Getty Images)
Sollte Drillisch bei der Auktion Frequenzen erhalten, gäbe es das erste Mal seit der E-Plus-Übernahme durch Telefónica im Jahr 2014 wieder vier Netzbetreiber in Deutschland. Zur Auswahl stehen Frequenzen im 3-Gigahertz-Band sowie im 3,6-Gigahertz-Band, um die sich die Mobilfunkanbieter schon Mitte März bemühen dürfen. Und das, obwohl noch vier Klagen von insgesamt neun Mobilfunkanbietern gegen die strengen Vergaberegeln der Bundesnetzagentur laufen. Die Bundesnetzagentur fordert von den zukünftigen Netzbetreibern unter anderem, bundesweit 1.000 Funkmasten bis 2020 zu errichten. Außerdem sollen sich die Betreiber dazu verpflichten, bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent aller Haushalte in der Bundesrepublik mit Highspeed-Internet über Mobilfunk zu versorgen. 

Was den Mobilfunkanbietern bevorsteht
Auch auf Autobahnen, wichtigen Bundesstraßen und Bahnstrecken müssen die vier Mobilfunkriesen einen sicheren Empfang garantieren. Vodafone und Telefónica haben bereits angekündigt, LTE Funklöcher auf dem Land und an vielen Autobahn- und ICE-Strecken schließen zu wollen. Kritisch sehen die Mobilfunkbetreiber außerdem die Überlegung der Bundesnetzagentur, die aktuellen National-Roaming-Regeln, die innerhalb der Bundesrepublik gelten, zu verändern. Zukünftig sollen Mobilfunkanbieter ihre inländischen Netze für ihre Konkurrenten öffnen, wenn diese keinen Empfang haben. „Wir haben von Beginn an gesagt, dass die für die Auktion vorgesehenen Auflagen aus unserer Sicht unrealistisch sind und Rechtsunsicherheit schaffen,“ zitiert die „Welt“ einen Telekom-Sprecher. 

Das schafft der neue Mobilfunk-Standard
Die Versteigerung im März soll mehrere Tage dauern, da die Frequenzen in über 40 Blöcke aufgeteilt sind. Für die einzelnen Frequenzen können Telekom und Co. in mehreren Runden ihre Gebote abgeben. Die Einnahmen, die die Bundesnetzagentur aus der Auktion erzielt, werden Schätzungen zufolge deutlich geringer ausfallen als der Erlös bei der Versteigerung der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000. Hier nahm der Bund über 50 Milliarden Euro ein. 

Mit 5G möchte die Bundesrepublik die Weichen für schnellere Datenübertragungsraten, niedrigere Reaktionszeiten sowie geringere Verbindungsunterbrechungen stellen. Im schnellsten Netz aller Zeiten sollen den Nutzern unter anderem 100 Mal schnellere Datenübertragungsraten von 10 Gigabit pro Sekunde ermöglicht werden. Auch ultrakurze Latenzzeiten von unter einer Millisekunde sowie ein geringerer Stromverbrauch sollen sichergestellt werden. 5G bietet nicht nur für den Endkonsumenten einige Vorteile in Sachen Surfgeschwindigkeit, schließlich sollen 2019 die ersten 5G-fähigen Smartphones auf den Markt kommen. 

Kein Internet of Things & Industrie 4.0 ohne 5G
5G als Schlüsseltechnologie bildet außerdem die Basis für die Kommunikation zwischen Objekten und deren automatisierte Steuerung. Im sogenannten Internet of Things kommunizieren vernetzte Geräte wie Roboter oder Straßenlaternen miteinander, Mülleimer melden ihren Füllstand und Boote teilen Motorinformationen mit. Auch automatisiertes Fahren in intelligenten, fahrerlosen Gefährten oder Virtual Reality benötigen 5G, um in Echtzeit reagieren und funktionieren zu können.  

555 Milliarden Euro weltweites Marktpotenzial
Deutschland möchte zu einem Vorreiterland in Sachen 5G zu werden. Schließlich stellt der 5G-Markt einen zukunftsträchtigen Bereich dar, dessen weltweites Marktvolumen laut Angaben des Beratungsunternehmens Ernst & Young auf aktuell 555 Milliarden Euro geschätzt wird. Davon entfallen 24 Milliarden Euro allein auf die Bundesrepublik, die sich bis zum Jahr 2030 auf rund 92 Milliarden Euro ausdehnen sollen. Bei so einem riesigen Potenzial darf die Versteigerungsauktion im März also mit Spannung erwartet werden. 
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