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Handyversicherung: Wann sich eine lohnt und welche Schäden sie abdeckt

München, 02.08.2017 | 10:25 | bka
Diebstahl, Display-Bruch, Defekt durch Wasserschaden: Nutzer setzen ihr Smartphone täglich unzähligen Gefahren aus. Hat man lange für sein Traumhandy gespart, ist der Ärger beim Verlust oder Defekt umso höher. CHECK24 zeigt die häufigsten Handyschäden, worauf man beim Abschluss einer Versicherung achten sollte und für welche Schäden Versicherer trotz Handyversicherung nicht aufkommen.
Display-Brüche sind die häufigste Schadensursache.
Fast jeder Deutsche hat eins und nutzt es zum Chatten, Navigieren, Fotografieren oder als mobile Spielekonsole: das Smartphone. Häufig kaufen Nutzer mit ihrem Handy auch online ein, haben Passwörter und Zugangsdaten für sämtliche Konten auf dem Gerät hinterlegt und überweisen Geld via Onlinebanking-App. Durch ihre Vielseitigkeit und die damit verbundene rege Nutzung sind die Hosentaschencomputer jedoch ständig in Gefahr. Schäden durch Stürze und umgekippte Wassergläser sind nicht selten. Noch schlimmer: Das Smartphone, vollgestopft mit wertvollen Informationen, wird gestohlen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) waren Ende September 2016 etwa 1,4 Millionen Smartphones zur Sachfahndung ausgeschrieben.

Die häufigsten Handyschäden

Diebstahl ist aber nicht die häufigste Schadensursache. Nach Angaben der Berliner Online-Versicherungs-Plattform Friendsurance machen Display-Brüche rund 57 Prozent aller Schadensmeldungen aus. Beim Handyversicherer „Sofortschutz“ betreffen sogar 70 Prozent aller gemeldeten Schäden defekte Displays. Danach folgen Flüssigkeitsschäden. Diebstahl macht je nach Versicherer 0,85 bis etwa vier Prozent der Meldungen aus. Laut Friendsurance werden die meisten Handyschäden bereits ein halbes Jahr nach Abschluss der Versicherung gemeldet.

Wann lohnt sich eine Handyversicherung?

Wer sein Smartphone versichern will, sollte sich zunächst zwei Fragen beantworten. Wie alt ist das Handy und was hat es gekostet? Wenn der Kaufpreis mehr als 500 Euro beträgt, kann eine Versicherung sinnvoll sein. Die Höhe der Gebühren ist häufig nach dem Kaufpreis gestaffelt. In der Regel betragen die jährlichen Kosten je nach Extras etwa 5 bis 20 Prozent des Anschaffungspreises. Geht das Smartphone kaputt oder wird es gestohlen, erstatten Handyversicherer den vereinbarten Zeitwert des Geräts. Einige Unternehmen kalkulieren bereits im ersten Jahr einen hohen Wertverlust ein. Die Handyversicherung „Schutzklick“ etwa erstattet nach sechs Monaten nur noch 80 Prozent des Neupreises. Andere Anbieter hingegen erstatten in den ersten beiden Vertragsjahren bis zu 100 Prozent des Kaufpreises. Zudem gibt es bei einigen Anbietern eine Selbstbeteiligung, die gerne einmal zehn Prozent des Gerätewerts entspricht. Verbraucher müssen individuell prüfen, ob sich die Versicherung ihres Smartphones lohnt. Günstige Handyversicherungen schützen oft nur bei Defekten wie Display-Brüchen, während teure Premiumtarife meist einen umfassenderen Versicherungsschutz bieten und auch Raub und Einbruchdiebstahl abdecken. Tipp: Vor dem Abschluss einer Handyversicherung lohnt sich immer ein Blick ins Kleingedruckte.
 
Wer auf sein Smartphone aufpasst und es pfleglich behandelt, kann sich oftmals eine Handyversicherung sparen. Vor allem dann, wenn es ein eher günstiges Android-Modell ist. Wer hingegen stets das neueste Top-Smartphone haben möchte und schon öfter einen Display-Bruch mitmachen musste, für den macht ein Zusatzschutz mehr Sinn.

Wer bietet Handyversicherungen an und wo liegen die Unterschiede?

Auf dem Markt gibt es unzählige Angebote. Ob Netzbetreiber und Mobilfunkanbieter, Online-Händler wie Amazon oder Elektromärkte wie Mediamarkt: Fast überall, wo es Smartphones zu kaufen gibt, werden auch entsprechende Versicherungen angeboten. Selbst Hersteller wie Samsung (Mobile Care) oder Apple (AppleCare+) bieten eine Versicherung fürs Handy an.
 
Zudem findet man online mehr als ein Dutzend Anbieter von Handyversicherungen. Hinter den Webangeboten stecken ebenso Versicherungskonzerne wie auch unabhängige Versicherungsmakler. Auch bei CHECK24 haben Kunden die Möglichkeit, bei Abschluss eines Vertrags mit einem Smartphone, eine Handyversicherung abzuschließen. CHECK24 kooperiert mit der ERGO Direkt.
 
Darüber hinaus unterscheiden sich Handyversicherungen in ihrer Laufzeit. So gibt es Versicherer, die eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten voraussetzen, aber auch einige, bei denen der Kunde den Vertrag täglich kündigen kann. Des Weiteren bieten Mobilfunkanbieter und Elektronikhändler ihre Versicherungspakete meist nur für Neugeräte an, die sie auch selbst verkaufen. Nutzer, die ein älteres Handy nachträglich versichern möchten, werden bei einigen Online-Versicherern fündig. So akzeptiert etwa Friendsurance bis zu drei Monate zuvor gekaufte Smartphones, Sofortschutz versichert sogar bis zu zwölf Monate alte Geräte.

Für welche Schäden kommt die Versicherung auf und wann zahlt sie nicht?

Wer eine Handyversicherung abschließt, entscheidet meist selbst, welche Schadensarten abgedeckt sein sollen. Je mehr Schutz, desto teurer die Handyversicherung. In der Regel ist bei einer Standard-Versicherung kein Diebstahlschutz enthalten und kostet extra. Nahezu alle Versicherungen zahlen oder reparieren, wenn das Gerät einen Display-Schaden hat. „Anders verhält es sich mit Kratz-, Schramm- und Scheuerschäden sowie sonstigen Schönheitsfehlern am Gerät einschließlich Backcover, die den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Handys nicht beeinträchtigen“ sagt Son Dang, Online-Marketing-Manager bei Friendsurance. „Diese werden nicht reguliert.“ Handle es sich jedoch um ein wasserdichtes Gerät, dessen Backcover Schäden aufweist, könne man davon ausgehen, dass die Funktionsweise beeinträchtigt wird, da das Gerät nicht mehr wasserdicht ist. In so einem Fall bezahlt die Versicherung in der Regel ebenfalls.
 
Auch Schäden, die von Flüssigkeiten verursacht wurden, sind häufig abgedeckt. Wurde der Schaden aber „grob fahrlässig“ verursacht, bekommt man in der Regel nichts. Was „grob fahrlässig“ bedeutet, legen die Versicherer unterschiedlich aus. Wer sein Smartphone etwa ins Badezimmer oder an den Strand mitnimmt, handelt für viele Versicherer bereits grob fahrlässig – außer das Gerät ist wasserdicht. Defekte Verschleißteile wie Akkus oder auch witterungsbedingte Schäden wie Nässe in Folge eines Gewitterregens werden ebenfalls oft nicht berücksichtigt.

Was passiert bei Diebstahl?

Ist das Handy gegen Diebstahl versichert, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass eine Versicherung den Schaden bei einem solchen Vorfall reguliert. Wie eine repräsentative Umfrage des Projekts "Marktwächter Finanzen“ der Verbraucherzentralen ergeben hat, würden 77 Prozent bei einem Diebstahl wohl keine Leistung einer Handyversicherung erhalten. Denn: Viele Versicherer verlangen von ihren Kunden, ihr Mobiltelefon „im persönlichen Gewahrsam“ (Körperkontakt) mitzuführen. Das bedeutet, dass selbst ein in der Hosentasche steckendes Smartphone in der vollen Bahn bereits als leichtsinnig gelten kann. Rucksäcke oder Handtaschen müssen verschlossen sein. Wurde das Smartphone etwa durch Liegenlassen oder Vergessen entwendet, zahlt in der Regel keine Handyversicherung. Wenn jemandem das Handy aber mit Gewalt abgenommen wird, handelt es sich um einen Raub. In der Regel übernimmt ab hier die Hausratversicherung – gleiches gilt bei Einbruchdiebstahl.

Fazit

Wer eine Handyversicherung abschließen will, sollte vorher unbedingt einen Blick in das Kleingedruckte werfen, um im Schadensfall nicht leer auszugehen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) im Vertrag sind dabei ausschlaggebend und entscheidender als die Versprechen der Verkäufer. Bei transparenten und seriösen Anbietern findet man Produktinformationen zum Vertag ohne langes Suchen im Internet. Zudem kommt es beim Abschluss einer Handyversicherung auf den Wert des Smartphones an. Günstige Handys zu versichern lohnt sich in der Regel kaum.

Tipps

• Vor dem Abschluss immer das Kleingedruckte lesen
• Prüfen, welche relevanten Leistungen im Paket enthalten sind
• Auf Mindestvertragslaufzeiten achten und eventuelle Kündigungsfrist einhalten  
• Auf versteckte Kosten achten (Selbstbeteiligung, Zeitwertregelung)
• Prüfen, ob die Hausratversicherung Handy-Diebstahl bereits abdeckt  
• Kaufbeleg aufbewahren – sonst zahlt die Versicherung nicht. Lieferschein reicht nicht!
• 14-tägiges Widerrufsrecht bei Nichtgefallen nutzen
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