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5G-Standard

5G-Auktion: Wettstreit um den letzten Frequenzblock befeuert die Gebote

München, 18.04.2019 | 14:59 | mhr
Im Kampf um die 5G-Frequenzen liefern sich die vier Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica sowie 1&1 Drillisch ein erbittertes Wettrennen, das allerdings zuletzt an Geschwindigkeit verloren hat. Lediglich ein letzter Frequenzblock treibt die aktuelle Gebotssumme von fast 5,4 Milliarden Euro weiter in die Höhe. 
Der Auktionshammer fällt am Osterdienstag zum Start der neuen Auktionsrunde wieder.
Noch vor einigen Runden marschierten die Anbieter in großen Schritten voran und trieben die Gebote um die Frequenzblöcke von Runde zu Runde in die Höhe. Besonders 1&1 Drillisch sorgte für einen unerwarteten Anstieg der Gebote im Bereich der 2 GHz-Frequenzen. Nun konkurrieren die vier Telekommunikationsriesen lediglich um einen letzten Frequenzblock. „Im Großen und Ganzen haben sich die vier Bewerber auf ihre Blöcke geeinigt. Doch im 3,6 GHz-Bereich gibt es einen Block weniger als gewollt“, erklärt Vitali Gretschko vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung dem Tagesspiegel. 

Teurer Kampf um einen Frequenzblock 
Experten zufolge lohnt sich der Bereich von 3,6 GHz aufgrund seiner geringeren Reichweite besonders für 5G-Anwendungen im Bereich Industrie- und Forschungsanlagen sowie in Städten. Auf dieser Frequenz lassen sich nämlich besonders große Datenmengen in sehr kurzer Zeit transportieren. Das Problem: Die Anbieter fordern insgesamt 30 Blöcke, die Bundesnetzagentur bietet allerdings nur 29 an. Konkret strebt die Deutsche Telekom nach der Übernahme von neun Blöcken, Vodafone nach acht, Telefónica möchte sieben Blöcke ersteigern und 1&1 Drillisch sechs. Einigkeit unter den Bietenden herrscht dagegen bei den Frequenzblöcken im Bereich von 2 GHz, die eine 5G-Nutzung über größere Distanzen möglich machen und daher doppelt so teuer ausfallen wie das Spektrum der 3,6 GHz. Hier wurde schon seit Tagen kein neues Gebot mehr abgegeben, weshalb damit gerechnet wird, dass die Deutsche Telekom und Vodafone je vier Pakete erhalten und Telefónica und 1&1 Drillisch jeweils zwei. 

Ende ungewiss 
Bereits seit Wochen ringen die vier Mobilfunkkonzerne um die besten Frequenzen für Echtzeit-Kommunikation und trieben die Gesamtsumme der Gebote auf zuletzt fast 5,4 Milliarden Euro. Die Bundesnetzagentur hatte die Auktion am 19. März eingeleitet. Mit der Vergabe der 5G-Frequenzen soll der Glasfaserausbau auf dem Land vorangetrieben werden. Die Mobilfunkanbieter verpflichten sich unter anderem, bis Ende 2022 98 Prozent der Haushalte sowie Autobahnen und Zugstrecken mit dem aktuell schnellsten Netz zu versorgen. Gegen die strengen Vergaberegeln hatten die Deutsche Telekom, Vodafone sowie Telefónica per Eilantrag vor dem Bundesverwaltungsgericht Eilklagen eingereicht, die jedoch abgelehnt wurden. Wann der Auktionshammer zum letzten Mal geschwungen wird, lässt sich Experten zufolge schwer abschätzen, dies hänge von den Gebotshöhen sowie dem de- oder eskalierendem Verhalten der Bietenden ab.
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