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Android-Apps: Wie die Werbeindustrie Smartphone-Nutzer belauscht

München, 08.05.2017 | 13:04 | bka
Im Google Play Store befinden sich hunderte Apps, die heimlich Ultraschallsignale über das Mikrofon des Smartphones aufnehmen. Die Werbeindustrie erfährt anhand dieses Trackings etwa, welche Werbespots sich der Nutzer ansieht.
Die Werbeindustrie belauscht Nutzer mit Apps auf dem Smartphone
Forscher der Technischen Universität Braunschweig haben im Play Store insgesamt 234 Apps gefunden, die ohne Zustimmung des Nutzers sein Verhalten per Ultraschall verfolgen. Darunter befinde sich auch die App von McDonalds. Mit dem sogenannten Cross-Device-Tracking belauscht die Werbeindustrie Smartphone-Nutzer und kann so unter anderem den aktuellen Standort, aufgerufene Internetseiten und das angesehen Fernsehprogramm ermitteln.

So funktioniert das Ultraschall-Tracking
Die identifizierten Apps nutzen Lautsprecher und Mikrofon des Smartphones, um Töne im Frequenzbereich zwischen 18 und 20 kHz zu senden und aufzuzeichnen. Diese Töne sind für das menschliche Ohr nicht hörbar und können etwa über Lautsprecher im Kaufhaus ausgestrahlt werden. Das Mikrofon im Smartphone erkennt den Ton und kann so über die App den Standort des Nutzers an ein bestimmtes Unternehmen versenden. Beim Fernsehen ist das Prinzip ganz ähnlich, sodass Werbetreibende erkennen können, welchen Spot sich der Nutzer angesehen hat. Sie sind so in der Lage, das Nutzerverhalten noch detaillierter zu analysieren, um dann in einer App oder im Browser standortbezogene Werbung wie Rabattcoupons oder Gutscheine anzuzeigen. Die sogenannten Ultraschall-Beacons fanden die Forscher in mehreren Einzelhandelsgeschäften in zwei nicht näher genannten europäischen Metropolen.

App-Berechtigungen überprüfen
Die Forscher stufen das Ultraschall-Tracking als „eine Bedrohung für die Privatsphäre“ ein, da es „unbemerktes Tracking von Standorten, Verhalten und Geräten“ erlaube. Zudem weisen sie darauf hin, dass Nutzer nicht erkennen können, welche Apps Ultraschallsignale aufzeichnen und weitergeben. Der einzige mögliche Hinweis sei die Berechtigung für den Zugriff auf das Mikrofon.

Nutzer, die sich vor solchen unfreiwilligen Lauschangriffen schützen wollen, sollten in den Einstellungen ihres Smartphones die App-Berechtigungen überprüfen. So benötigen in der Regel Spiele oder Nachrichten-Apps keinen Zugriff auf das Mikrofon. 
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