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Apple: iPhone-Bauteile bald aus Recycling-Materialien

München, 11.05.2017 | 17:15 | bka
In seinem aktuellen Umweltbericht erklärt Apple, langfristig auf die Förderung neuer Rohstoffe verzichten zu wollen. Zwar nennt das Unternehmen keinen konkreten Zeitraum. „Eines Tages“, so heißt es, soll es jedoch eine geschlossene Lieferkette geben.
iPhone 7 und 7 Plus Special Edition (Bild: Apple)
Demnach will Apple künftig seine Produkte wie iPhone und iPad nur mit erneuerbaren Ressourcen oder Materialien aus dem Recycling produzieren. Das Unternehmen um CEO Tim Cook ist der erste aus der Technologiebranche, das ein solches Ziel öffentlich ausgibt.

Metalle der Seltenen Erden sind in jedem Smartphone
Umweltschützer kritisieren seit Jahren Smartphone-Hersteller dafür, dass sie Geräte in immer kürzeren Abständen auf den Markt bringen und Nutzer so zum Neukauf verleiten. Allein im vergangenen Jahr wurden weltweit rund 1,5 Milliarden Smartphones verkauft – davon 216 Millionen iPhones. Für Handys benötigte Materialien wie Tantal, das für Hochleistungskondensatoren in fast allen Mobilgeräten eingesetzt wird, werden zum Teil unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen gefördert. In primitiven Minen im Kongo sind es oft Kinder, die die Seltenen Erden abbauen. Mit den Minenerträgen werden zum Teil die Folgekonflikte des Bürgerkriegs im Kongo finanziert. Auch Kobalt, ein unersetzliches Metall in Lithium-Ionen-Akkus für Smartphones, stammt aus Minen des afrikanischen Kongo. Amnesty International veröffentlichte Anfang des vergangenen Jahres einen ausführlichen Bericht, der unter anderem Minderjährige in dunklen Minen bei der Förderung der Mineralien zeigt.

Ein steiniger Weg
Für Apple wird es nicht einfach, künftig ausschließlich auf verantwortungsvoll produzierte Rohstoffe zu setzen. Zumal auch Kritiker erklären, dass der Weg und die Herkunft der Materialien oft schwer zu verfolgen sei. Wie komplex es ist, ein Smartphone zu bauen, das keine Konfliktmetalle enthält, zeigt Fairphone. Das niederländische Unternehmen achtet zwar bei seiner gesamten Lieferkette darauf, dass etwa Zinn, das auf Platinen gelötet wird, aus konfliktfreien Quellen stammt. Bei eingekauften Komponenten wie Prozessoren oder Speicherchips, in denen Zinn bereits enthalten ist, könne man das aber nicht ohne weiteres kontrollieren.
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