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Verbraucherschützer fordern Verbot von Telekom StreamOn

München, 29.05.2017 | 10:19 | bka
Das StreamOn-Angebot der Telekom verstößt nach Angaben der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen die Regeln der Netzneutralität. Für Verbraucher bringe das langfristig erhebliche Nachteile. Daher fordern die Verbraucherschützer die Bundesnetzagentur auf, das Angebot zu verbieten.
Verbraucherschützer forder ein Verbot des StreamOn-Angeots der Telekom (Bild: Telekom)
„Das Streaming-Geschäftsmodell der Telekom verringert auf lange Sicht die Wahlfreiheit der Verbraucher bei Streaming-Diensten, führt zu höheren Mobilfunkpreisen und wirkt sich negativ auf Innovationen aus“, sagt Florian Glatzner, Medienexperte beim vzbv. „Daher sollte die Bundesnetzagentur das Angebot verbieten.“
 
Die Telekom bietet seit dem 4. April ihren MagentaMobil- und MagentaEINS-Kunden die Option, Musik- und Video-Streaming-Dienste zu ihrem Vertrag teils kostenlos hinzuzubuchen. So gibt es im MagentaMobil-M-Vertrag die StreamOn-Option Music. Mit MagentaMobil L oder einem höherwertigen Tarif wird neben Musik- auch Video-Streaming möglich. Das verbrauchte Datenvolumen von Partnerunternehmen der Telekom wird dann nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet. Eine Einschränkung dabei ist, dass beim Video-Streaming die Übertragungsqualität mit der StreamOn-Option auf 480p begrenzt.

Wahlfreiheit eingeschränkt

Der vzbv bemängelt, dass die Option zwar kostenlos sei, jedoch dazu führe, dass die Auflösung von Videostreams sämtlicher Anbieter – nicht nur die der Partnerunternehmen – reduziert wird, solange die Option aktiviert ist. Das StreamOn-Angebot der Telekom wird nach Angaben der Verbraucherschützer langfristig dazu führen, dass sich kleinere Streaming-Anbieter nicht am Markt behaupten können. Denn der Anmeldeprozess für Partnerdienste im StreamOn-Tarif bietet für kleinere ausländische sowie europäische Streaming-Anbieter administrative, finanzielle und sprachliche Hürden. Für Verbraucher wird dadurch in Zukunft die Wahlfreiheit eingeschränkt werden. Das führt dazu, dass wenige Anbieter den Markt und damit auch Inhalt und Preise bestimmen.

Tarife mit mehr Datenvolumen statt inkludierter Optionen

„Für Verbraucher kann es sich kurzfristig lohnen, wenn die Nutzung von Videos nicht auf ihr Inklusivvolumen angerechnet wird. Dann muss das aber auch für alle Video-Angebote gelten und darf nicht einzelne Anbieter bevorzugen“, sagt Glatzner. „Grundsätzlich wären Tarife wünschenswert, die von vornherein ein ausreichendes Datenvolumen zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen.“ Angebote wie StreamOn stünden dem eher entgegen, denn sie machten teure Angebote mit begrenztem Datenvolumen attraktiver.
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